Was sind Kreativitätstechniken? Jeder kreative und innovative Prozess ist zugleich ein Problemlösungsprozess, unabhängig vom Sachbereich, auf den er bezogen wird. Nach Torrance ist er "...ein Prozess der Formgebung von Ideen oder Hypothesen, des Testens dieser Ideen und der Kommunikation der Resultate". Dieser Prozess wird durch ein vielfältiges Geflecht intellektueller Fähigkeiten, kreativer Persönlichkeitsfaktoren, geeigneter Umweltgestaltung sowie durch ausgeprägte (Selbst-)Motivation unterstützt. Die moderne Kreativitätsforschung geht davon aus, dass jeder Mensch seine kreativen Fähigkeiten durch sogenannte Kreativitätstechniken trainieren kann. Psychologisch-strukturell werden 3 Gruppen von kreativen Techniken unterschieden: 1. Phantasie- und Denktraining 2. Intuitiv-phantasieanregende Methoden 3. Analytisch-logische Methoden
1. Phantasie- und Denktraining
Diese Techniken stärken die persönlichen Voraussetzungen der Kreativität des Individuums. Geübt wird offenes, spontanes, flexibles Verhalten. Ziel ist es, eingefahrene Denkweisen verlassen zu können, wobei Experimentierfreude, Bereitschaft zur interdisziplinären Kommunikation und das Spiel mit Gedanken, Informationen und Objekten die Ausgangsbasis bilden. Hier werden Einstellungen und Verhaltensweisen trainiert, die kreativfördernd sind und die Trefferchance bei Problemlösungsprozessen erhöhen.
Beispiele: Übungen und Spiele zur Sensibilisierung der Wahrnehmung, Arbeit mit musischem Material (Farbe, Form, Klang, Bewegung etc.), Morgenseiten, Künstlertreff, Improvisationen.
2. Intuitiv-phantasieanregende Methoden
Diese Techniken stellen die kreativen Techniken im engeren Sinne dar. Sie bauen auf spontanem Verhalten und dem Spielerischem (Divergentem) Denken auf. Allem zugrunde liegt die von Freud entwickelte Technik der freien Assoziation. Diese Basistechnik aktiviert nicht nur unbewusste und verdrängte Erlebnisse, sondern produziert auch neuartige Ideen. Das Bewusstsein weiß normalerweise nichts von diesen Einfällen, weil sie häufig konfliktreich und ungewöhnlich sind. Ungeachtet ihrer Zugehörigkeit, Logik, Nützlichkeit, Umsetzbarkeit, Realitätsnähe und moralischer Wertung werden intuitiv Lösungen gefunden als gesamter Ansatz oder als Teilbereich der Problemlösung. Die Erkenntnis erfolgt ohne vorausgegangene logische Analyse.
Beispiele: Assoziationstechniken (z.B. Brainstorming, Methode 635), Mapping-Techniken (z.B. Moderationsmethode, Mindmapping), Systematische Variation (z.B. Sechs-Farben-Denken nach Edward de Bono), Analogie-Techniken (z.B. Klassische Synektik, Bionik), Zufallsanregung (z.B. Lexikon-Methode, Bildkarteien)
3. Analytisch-logische Methoden
Hier wird das Problem in weitgehend selbstständige Teilprobleme gesplittet, wobei die Teilprobleme vorwiegend mit herkömmlichen Lösungswegen bearbeitet werden, die aus der Erfahrung und dem Wissen des Problemlösenden stammen. Dieser Vorgang schließt jedoch originelle, parallele Lösungen nicht aus. Die Gesamtlösung entsteht durch die Kombination aller gefundenen Teillösungen.
Beispiele: Morphologischer Kasten, Osborns Checkliste, Attribute Listing, Funktions-Analyse Vielen Dank!
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